Europa

Jugendverbände legen Vision „Europa 2049“ vor

In welchem Europa wollen wir in 30 Jahren leben? Für die Jugendverbände im Netzwerk EBD wird Europa 2049 nachhaltig, inklusiv - und bunt! Die gemeinsame Vision, die wir in den letzten Wochen in enger Abstimmung und mit kontroversen Debatten entwickelt und abgestimmt haben, ist nun fertig für einen Gegenwartscheck.

Kurz vor der Abstimmung über die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen diskutieren wir in der EBD am Dienstag, 26. November, unter anderem mit dem Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Michael Roth MdB, dem Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes Reiner Hoffmann oder mit dem vzbv-Vorstand Klaus Müller über die Vision. „Die europäische Perspektive [ist] ein selbstverständlicher Bestandteil jeglicher politischer Entscheidung und prägt damit die Lebensrealität vieler Menschen auf allen Ebenen, auch jenseits von Orten politischer Entscheidungsfindung.“ Schon die Präambel macht deutlich, dass wir Jugendverbände weitere Integrationsschritte auf allen politischen Ebenen wollen und große Erwartungen an die Europäische Union hegen. In acht Kapiteln - von der Wirtschafts- und Sozialpolitik über Migration, Mobilität und Umwelt bis hin zur Bildung und Demokratie - stellt die Vision Entwicklungsschritte zusammen und formuliert Ziele für 2049: „Nationalstaaten haben verstanden, dass sie die Souveränität europäisch ausbauen müssen, wenn sie ihre eigene nicht verlieren wollen.“

  • „Für die weitere Verzahnung zwischen Wirtschafts- und Währungspolitik gibt es eine*n Wirtschafts- und Finanzminister*in, der u. a. die Haushalts- und Wirtschaftspolitik in der vollendeten Eurozone koordiniert."
  • „Mithilfe einer umfassenden europäischen Gleichstellungsstrategie sorgt die EU für Parität, ein Umdenken in den Köpfen und hat es erfolgreich geschafft, Lohngleichheit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf umzusetzen.“
  • „Es gibt keinen Wettbewerb um das billigste Sozialsystem zwischen den Mitgliedstaaten." 
  • „Die Wahlen zum Europäischen Parlament, an denen alle Menschen ab 14 Jahren mit Lebensmittelpunkt Europa teilnehmen dürfen, sind durch eine einheitliche Wahlgesetzgebung, europäische Wahlkreise und gemeinsame Kandidat*innen europäisiert."

Dass es uns Verbänden gelingen würde, sich auf so eindeutige Botschaften zu einigen, war lange nicht sicher: „Das Projekt war von Anfang an ein demokratisches Experiment. Die vielen digitalen und analogen Abstimmungsrunden brachten Sollbruchstellen zum Vorschein, zeigten aber auch: Es ist gut, dass wir um Ideen und Programme streiten - und noch besser, dass es dabei nicht zu Zerwürfnissen kommt“, sagt EBD-Präsidentin Dr. Linn Selle mit Blick auf den Prozess. Die Vision Europa 2049 ist ein Jubiläums-Projekt der Europäischen Bewegung Deutschland e.V. Der Verein feiert seinen 70. Geburtstag nicht mit einem Blick zurück, sondern nach vorne: Darauf, wie Europa in 30 Jahren aussehen kann und aussehen soll, wenn der Verein seinen 100. Geburtstag feiert. Mit ihrem Zukunftsprojekt will die EBD die Regierenden im Mehrebenensystem der EU daran erinnern, dass die Einbeziehung gesellschaftlicher Kräfte – der Demokratie im Kleinen – wichtig für die Weiterentwicklung der Demokratie im Großen ist. Und ein wenig von dem Geist erlebbar machen, der 1949 die Gründung der EBD durchzog: gesellschaftliches Engagement, gepaart mit einer Vision, treibt die Europäische Integration voran.

Programm der Diskussionsveranstaltung

  • Grußworte durch Jörg Wojahn, Vertreter der Europäischen Kommission in Deutschland, und Dr. Linn Selle, Präsidentin der Europäischen Bewegung Deutschland e.V.
  • Vorstellung der Vision: Tobias Köck, Vorsitzender des Deutschen Bundesjugendrings e.V. (DBJR)
  • Replik der Bundesregierung: Michael Roth, MdB, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt
  • Diskussion der Vision: Moderation: Dr. Linn Selle und Tobias Köck
    • Reiner Hoffmann, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB)
    • Ulrike Helwerth, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit & internationale Gleichstellungspolitik, Deutscher Frauenrat
    • Dr. Stefan Mair, Mitglied der Hauptgeschäftsführung, Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI)
    • Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV)
    • Prof. Dr. Kai Niebert, Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR)

gemeinsam mit Autorinnen und Autoren der Studie

Zur ANMELDUNG (bis 24.11.2019)

Themen: Europa