Jugendverbände

Jugendpolitik kurz und knapp

Unser DBJRinfo (vom 21. November 2019) bündelt jugendpolitische Nachrichten und Entwicklungen. Wir geben Hinweise auf Veranstaltungen und Materialien.

Jugendpolitik

Vollversammlung des Landesjugendrings NRW: Neuer Vorstand, neue Beschlüsse

Junge Menschen haben etwas zu sagen – und müssen gefragt und gehört werden: Auf seiner diesjährigen Vollversammlung forderte der Landesjugendring NRW daher eine umfassende Jugendstrategie und diskutierte darüber mit Regierungsvertreter*innen des Landtags NRW. Die Jugendstrategie bündelt Maßnahmen wie den Jugendcheck, der politische Vorhaben auf ihre Folgen für junge Menschen prüft, das Jugendmonitoring als Informationsbasis zu Einstellungen, Handlungsmustern und Orientierungen junger Menschen oder eine 1.000-Stimmen-Befragung zu bestimmten Themen. Als zweites Hauptthema beschlossen die Delegierten die klimapolitische Positionierung des Landesjugendrings NRW.
Zudem wählten die Delegierten einen neuen Vorstand. Diesem gehören Juliane Schulz (Vorsitzende), Max Pilger (Vorsitzender), Jens Lübbe (Stv. Vorsitzender), Maja Tölke (Stv. Vorsitzende) und Peter Bednarz (Stv. Vorsitzender) an.

Vollversammlung des Landesjugendrings Hamburg: Neuer Vorstand gewählt

Auf der Vollversammlung am 6. November 2019 wählten die Delegierten aus den Hamburger Jugendverbänden sechs junge Ehrenamtliche aus fünf Jugendverbänden in den Vorstand des Landesjugendrings. Das Gremium bilden nun: Fatih Ayanoğlu (30 J., SJD – Die Falken), Sören Behn (24 J., Evangelische Jugend Hamburg), Michael Gischkat (23 J., Hamburger Sportjugend), Natalie Hischke (20 J., Jugendrotkreuz Hamburg), Eric Alexander Paasburg (22 J., Vereinigung Hamburger Deutsch-Türken), Pascal Peisker (25 J., Jugendrotkreuz Hamburg). Damit wurde der Vorstand deutlich verjüngt und bildet zudem die Vielfalt der Jugendverbandsszene ab. Das neue Verbandsspektrum im LJR-Vorstand reicht vom konfessionellen, interkulturellen, helfenden und politischen Hintergrund bis hin zum Sport.

Neue Stellungnahme des Bundesjugendkuratoriums "Junge Menschen in der Politikberatung. Empfehlungen für mehr Beteiligung der jungen Generation auf Bundesebene"

Das Bundesjugendkuratorium (BJK) gibt in seiner Stellungnahme Empfehlungen, wie junge Menschen mit ihren Anliegen und Interessen grundsätzlich und nachhaltig in politische Beratungsprozesse der Bundespolitik stärker eingebunden werden können. Das Wissen der jungen Generation in unserer Gesellschaft soll laut BJK in allen Politikfeldern nicht nur stärker diskutiert, sondern auch in politische Aushandlungs- und Entscheidungsprozesse einfließen. Besondere Beachtung wird der Frage nach den Zugängen erteilt. Gefordert werden u. a. eine nachhaltige Infrastruktur, Qualitätsstandards, ein ausdifferenziertes Monitoring und altersgerechte Formate. Entscheidungsträger*innen werden aufgefordert, sich neuen, auch digitalen Räumen junger Menschen anzunähern. Das BJK spricht sich für eine Kinder- und Jugendpolitik aus, die nicht nur für, sondern mit jungen Menschen gestaltet wird und die angesichts der demografischen Entwicklungen als politisches Signal an die junge Generation verstanden werden kann.

„Weimarer Erklärung für demokratische Bildungsarbeit“

In einer bundesweit einmaligen Aktion haben sich Weimarer Kultur- und außerschulische Bildungseinrichtungen gegen den Versuch einer Einflussnahme auf ihre Bildungsarbeit gestellt. Die Erklärung wurde am 23.10.2019 vorgestellt und von der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar (EJBW) sowie weiteren lokalen Institutionen unterzeichnet. Hintergrund ist die aktuelle Herausforderung historischer, politischer und kultureller Bildung durch die Behauptung, schulische und außerschulische Bildung unterliege einem „Neutralitätsgebot“. Gestellt wird damit die Frage nach den Aufgaben von Bildung in der Demokratie. Dazu heißt es in der Erklärung: „Die Demokratie beruht auf der Achtung der Menschenrechte, Gewaltenteilung und Rechtsstaatlichkeit. Diesen Grundlagen der Demokratie kann eine demokratische Bildungsarbeit nicht „neutral“ gegenüberstehen. Vielmehr ist es die Aufgabe von Bildung in der Demokratie, für demokratische Grundwerte einzutreten und gegen antidemokratische, antipluralistische und menschenfeindliche Positionen Stellung zu beziehen.“

Fachkonferenz LGBTIQ zu non-binären Geschlechteridentitäten in der Kulturellen Bildung

Mit der Fachkonferenz „LGBTIQ“ widmete sich die Programmbegleitende Qualitätsentwicklung „Kultur macht stark“ (PROQUA) dem Thema non-binäre Geschlechteridentitäten in der Kulturellen Bildung. In der Akademie der Kulturellen Bildung untersuchte die Fachkonferenz in Vorträgen und Workshops eine geschlechtersensible kulturelle Bildungsarbeit aus einer diversitätsbewussten Perspektive. Die Teilnehmenden griffen das Thema Geschlechteridentitäten auf und orientierten sich dabei eng an den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen. Im Mittelpunkt der Workshops standen Aspekte wie bildkünstlerische Strategien gegen einseitige Rollenzuschreibungen, Gender in der HipHop-Szene, Lebenswelten von Trans*Jugendlichen und performative Strategien für den spielerischen Umgang mit Geschlechtsidentität. In einem Fazit betonte Prof. Dr. Susanne Keuchel, Direktorin der Akademie: „Die Auflösung binärer Geschlechteridentitäten hilft, bisherige Stereotype aufzubrechen. Das künstlerische Potential der Kulturellen Bildung ist besonders gut geeignet, spielerisch mit vielfältigen Geschlechteridentitäten zu experimentieren.“

Offener Brief zur Aufnahme unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge aus Griechenland

In dem Brief vom Oktober 2019 wenden sich der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BumF) und weitere Organisationen an die Bundesregierung: Mehrere tausend unbegleitete minderjährige Flüchtlinge leben unter katastrophalen Bedingungen in Griechenland auf der Straße, in Flüchtlingslagern für Erwachsene oder sind in Haft. Die Organisationen fordern die Bundesregierung daher auf, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Griechenland aufzunehmen und rechtliche Spielräume für die Zusammenführung mit Angehörigen in Deutschland zu nutzen.

Veranstaltungen, Material und Wettbewerbe

Weltweiter Klimastreik am 29. November 2019

Ein breites Bündnis aus Sozial-, Umwelt- und Klimaverbänden unterstützt im Vorfeld der Weltklimakonferenz COP25 in Madrid den weltweiten Klimastreik der Fridays-for-Future-Bewegung. Am letzten Freitag im November finden allein in Deutschland in hunderten Städten, darunter Berlin, Hamburg und Köln, große Demonstrationen statt. In Deutschland wird unter dem Motto „Jetzt erst recht“ und dem Hashtag #NeustartKlima vor allem gegen das unzureichende Maßnahmenpaket der deutschen Bundesregierung gegen die Klimakrise protestiert.

Fachgespräch am 29. November 2019: Wohnungslosigkeit bei Jugendlichen

Unter dem Titel „Sofa-Hopping ist keine Perspektive. Strategien gegen Wohnungslosigkeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen“ lädt die Bundestagsfraktion der Grünen zum öffentlichen Fachgespräch ein. Es soll dazu führen, junge wohnungslose Menschen stärker in den Fokus zu rücken. Gemeinsam mit Expert*innen aus der Praxis, sowie betroffenen Jugendlichen sollen Ursachen beleuchtet, politischer Handlungsbedarf identifiziert, Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung von Wohnungslosigkeit ausgelotet sowie Vorschläge für konkrete Unterstützungsangebote erarbeitet werden. Die Online-Anmeldung bis 25.11.19 möglich.

Neue Broschüre „Cyber-Grooming, Sexting und sexuelle Grenzverletzungen“

Die Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Nordrhein-Westfalen (AJS) will mit der Broschüre „Cyber-Grooming, Sexting und sexuelle Grenzverletzungen“ pädagogische Fachkräfte und Eltern für Risiken und Gefahren sensibilisieren, ohne Pessimismus zu verbreiten. Es geht darum, Kinder im digitalen Alltag zu begleiten und langfristig zu befähigen, sich selbst zu schützen. Die Broschüre ist als Printversion oder kostenloser Download erhältlich.

Neue FARN-Broschüre zum Thema Demokratischer Umweltschutz

Der Klimawandel schreitet voran – der ökologische ebenso wie der gesellschaftliche. Rassistische und nationalistische Stimmen werden auch im Natur- und Umweltschutz lauter. Demokratische Natur- und Umweltschützer*innen müssen sich fragen, was sie dem entgegenzusetzen haben und wie sie sich davon abgrenzen können. Deshalb thematisiert die neue FARN-Broschüre Impulse für einen demokratischen Natur- und Umweltschutz. Die sechs Beiträge der Broschüre beschäftigen sich mit den Traditionen des demokratischen Natur- und Umweltschutzes in Deutschland und der Frage, wie soziale Bewegungen die Zukunft sozial-ökologisch für alle gestalten können; sie beleuchten die Hintergründe von Klimaleugnung und Klimaskepsis und zeigen, wie sich tradierte rassistische Denkmuster in der Naturkunde bis heute halten; sie beschreiben die Chancen einer menschenrechtsorientierten sozialen Arbeit und einer interkulturellen Öffnung der Umweltverbandsarbeit. Die Lektüre ermutigt Menschen, die sich im Natur- und Umweltschutz engagieren, ihr eigenes Handeln zu reflektieren, ihre Motive im Hinblick auf Anschlussfähigkeit für rechte Ideologien zu überprüfen und weckt die Sensibilität für die Bedürfnisse anderer Menschen und gesellschaftlicher Gruppen.
Die Broschüre ist als Download erhältlich und kann als kostenfreie Printversion bestellt werden.

E-Learning-Programm für die Arbeit mit geflüchteten jungen Menschen

Ein neues, kostenloses E-Learning-Programm unterstützt Lehrkräfte und sozialpädagogische Fachkräfte, die mit geflüchteten, traumatisierten Kindern und Jugendlichen arbeiten. Die angebotenen Kurse sind ein Kooperationsprojekt zwischen der niederländischen Augeo Foundation, dem Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BumF) und der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF). Expert*innen aus Deutschland und den Niederlanden haben das Projekt entwickelt. Die Kurse sind so konzipiert, dass neben Lehrkräften auch Sozialarbeitende und Ehrenamtliche, die mit geflüchteten Minderjährigen arbeiten, von dem kostenfreien Angebot profitieren.

Aktuelles Halbjahresprogramm der Gedenkstätte Bergen-Belsen

Die Veranstaltungen des Programms beziehen sich auf wichtige Jahrestage der Zeitgeschichte: Vor 80 Jahren, am Vorabend des Zweiten Weltkriegs, nahm Großbritannien fast 10.000 jüdische Kinder auf und rettete damit ihr Leben vor dem Holocaust. Vor 40 Jahren, am 27. Oktober 1979, fand in Bergen-Belsen die erste internationale Gedenkfeier und Großkundgebung zur Erinnerung an den Völkermord an den Roma und Sinti statt – ein bedeutsames Datum für das Entstehen ihrer Bürgerrechtsbewegung. Und vor 50 Jahren, am 1. September 1969, war mit einer Neuregelung der Homosexuellenparagraph § 175 in seiner verschärften nationalsozialistischen Fassung von 1935 endlich Geschichte. Das aktuelle Veranstaltungsprogramm gibt es hier.

Fördertopfbroschüre 2020 erschienen

Die Broschüre für Vereine, selbstorganisierte Projekte und politische Initiativen ist das praxisorientierte Nachschlagewerk für alle Projektmitarbeiter*innen, Gruppen und Initiativen, die nach innovativen Finanzierungswegen zur Verwirklichung ihrer Projektideen suchen. Die Broschüre porträtiert mehr als 430 regionale, bundesweite und internationale Stiftungen und Förderquellen, davon 80 neu hinzugekommene und 350 aktualisierte Einträge. Das umfassende Schlagwortregister erleichtert die Suche nach passenden Geldgeber*innen für alle politischen, gesellschaftlichen und sozialen Projekte in der Jugendarbeit, der Demokratieförderung, der Politischen Bildung, Projekten aus den Bereichen Kunst und Kultur, Projekte gegen soziale Benachteiligung, für Frauen, Geflüchtete und FLTI*, bei entwicklungspolitischen Vorhaben und für Umweltschutzinitiativen. Außerdem gibt es praktische Tipps und Tricks zur Antragstellung. Die Broschüre kann beim Herausgeber Netzwerk Selbsthilfe e. V. bestellt werden.

Deutscher Kinder- und Jugendpreis 2020

Ab sofort können sich Kinder- und Jugendprojekte für den Deutschen Kinder- und Jugendpreis bewerben. Insgesamt werden 30.000 Euro an die Gewinnerprojekte vergeben. Die Bewerbung kann in den Kategorien Solidarisches Miteinander, Politisches Engagement und Kinder- und Jugendkultur erfolgen. Die Frist für die Online-Bewerbung endet am 31. Januar 2020.

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