HWP 2009

 

1. Preis: „rbu08“ der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg

Mit dem Projekt „rbu08“ ist es der Roverstufe der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg hervorragend gelungen, viele kleine soziale Aktionen mit dem Thema der Ausbildungsplätze für junge Menschen zu verknüpfen. Besonders originell ist aus Sicht der Jury die Idee, eine Wette mit Unternehmen abzuschließen, die als Wetteinsatz Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen sollen. Gleichzeitig war die Wette ein sehr guter Motor, die Motivation der Jugendlichen über einen längeren Zeitraum zu erhalten.

Vorbildlich wurden im Projekt „rbu 08“ die Lebenswelt, die Wünsche und das Potenzial der Jugendlichen berücksichtigt. In den Gruppen vor Ort konnten die jungen Menschen Spaß haben, konkret anpacken und in ihrem Umfeld etwas bewegen. Sie renovierten beispielsweise Kindertagesstätten, organisierten Straßenfeste für Obdachlose, entwickelten ein ökologisches Kochbuch, leisteten Hilfe bei Projekten in fernen Ländern und setzten noch viele andere Projekte bundesweit um – insgesamt mehr als 120 kleine Projekte im Großen.

Mit dem Einsatz für Ausbildungsplätze zeigten die Roverinnen und Rover in der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg ihre Verantwortung für ein wichtiges gesellschaftliches Thema. Besondere Anerkennung gilt auch der Tatsache, dass durch den Erfolg des Projektes rund 40 zusätzliche Ausbildungsplätze entstanden sind.

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2. Preis: „LesBiSchwule Tour“ des Jugendnetzwerkes Lambda Berlin-Brandenburg e.V.

 Mit der „LesBiSchwulen Tour“ macht das Jugendnetzwerk Lambda einen mutigen Schritt in die Regionen, in denen lesbische, schwule, bisexuelle und transgender Lebensweisen junger Menschen noch wenig oder gar nicht akzeptiert sind. Die engagierten jungen Menschen stellen sich der Diskussion in der Öffentlichkeit, sie werben originell für Toleranz und Akzeptanz. Und sie bieten Beratung für junge Menschen, die Ängste wegen ihres Coming Out plagen.

Beispielhaft ist die Bereitschaft, in Schulen und Jugendclubs gegen Klischees anzugehen und für die Situation junger Menschen zu sensibilisieren, die lesbisch, schwul, bisexuell und transgender leben. Die Aufklärung trägt dazu bei, dass junge Menschen wegen ihrer sexuellen Identität und Orientierung nicht ihr Lebensumfeld verlassen und in der Anonymität der Großstadt flüchten müssen. Für die Jury hat das Projekt deswegen Modellcharakter.

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3. Preis: www.doch-etwas-bleibt.de des Hospiz Bedburg-Bergheim e.V.

Mit dem Chatroom „www.doch-etwas-bleibt.de“ bieten junge Menschen im Hospiz Bedburg-Bergheim e.V. Jugendlichen eine Möglichkeit, Trauer zu teilen. Herausragend an dem Projekt ist, dass junge Menschen mit Trauererfahrung Gleichaltrige begleiten und beraten. Das Angebot bietet damit den Raum, schwere und schmerzhafte Erfahrung von Verlust in der Familie und im Freundeskreis zu teilen – mit Menschen, die gleiche Erfahrungen gesammelt haben.

Die Jury findet bemerkenswert, dass sich junge Menschen dem Thema Tod und Trauer zuwenden. Die Jugendlichen im Projekt nehmen immer wieder schmerzliche und traurige Gefühle in Kauf, wenn sie ihre eigenen Erfahrungen mitteilen, um anderen jungen Menschen zu helfen. Eine solche Beratung im Internet anzubieten ist wegweisend, zumal Jugendliche dieses Medium zur Kommunikation nutzen.
 
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Ehrenpreis: Europafanfahren Frankfurt Oder – Słubice der Fanfahrengarde Frankfurt a. d. Oder e.V.

 Die Jury würdigt an diesem Projekt, dass Kinder aus Deutschland und Polen über die Musik erfahren, wie Europa durch das Miteinander der Nationen lebendig wird. Sie erleben bei den Proben und Auftritten regelmäßig, dass sie zwar eine andere Sprache sprechen, sich aber trotzdem gut verstehen. Und sie erfahren durch ihre Auftritte Anerkennung, die sie in ihrer Persönlichkeit stärken.

Die Idee der Europafanfahren ist langfristig gedacht. Junge Menschen sorgen dafür, dass immer wieder Nachwuchs für die Idee der Europafanfahren entsteht. Mit ihrer Begeisterung und ihrem Einsatz stecken sie andere Leute an und bringen Menschen aus Völkern, die Feindschaft und dunkle Zeiten erlebt haben, über schöne Erlebnisse zusammen. Beispielhaft ist das Projekt durch seine Langfristigkeit aus Sicht der Jury für alle Gruppen in Grenznähe, die ebenfalls Europa erfahrbar machen können.

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Sonderpreis: „Jugend im Haushalt – mit uns ist zu rechnen“ des Jugendbüros Freiburg

Mit dem Projekt „Jugend im Haushalt – mit uns ist zu rechnen“ ist es gelungen, junge Menschen an ein Thema heranzuführen, das selbst für Erwachsene und kommunalpolitisch Interessierte schwerer Stoff ist. Die Initiatoren haben sich die Mühe gemacht, junge Menschen adäquat zu informieren, in politische Strukturen einzuführen und damit vorbildlich zu beteiligen. Außerdem haben sie denen eine Stimme gegeben, die gerne bei der Entwicklung einer Stadt vergessen werden – Kinder und Jugendliche.

Dem Jugendbüro ist es gelungen, viele Akteure in das Projekt einzubinden und damit ein breites Netzwerk der Organisationen zu schaffen, die sich für die Belange von Kindern und Jugendlichen einsetzen, zum Beispiel Jugendverbände, Jugendorganisationen der Parteien, Schülervertretungen und Jugendzentren. Die Jury sieht das Modellhafte darin, dass in jeder Kommune die Idee, junge Menschen an städtischen Haushaltsentscheidungen und damit nachhaltig an der Stadtentwicklung zu beteiligen, umgesetzt werden kann.
 
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